Der Kleinkind-Code

Rezension


DER KLEINKIND – CODE  von Tovah P. Klein 



Titel: Der Kleinkind- Code

Untertitel: Wie sie ihr Kind besser verstehen und gelassen erziehen

Originaltitel: How Toddlers Thrive

Autor: Tovah P. Klein 

Verlag: Kösel-Verlag

Seitenanzahl: 320

Preise: Taschenbuch 19,99 / Ebook 15,99

Rezensionsexemplar: Ja / Bloggerportal


Bewertung:


🌟🌟⭐⭐⭐

2,5 von 5 Sternen




Inhalt


Tovah P. Klein ist Psychologin und selbst Mutter. Sie arbeitet schon lange mit Kleinkindern und ihren Eltern zusammen und stellte fest, dass es in immer ähnlichen Situationen krieselte.

Die berühmte, amerikanische Autorin möchte Eltern helfen, sich in das Kleinkind hinein zu versetzen und somit Streitereien und Frustrationen ein Ende zu setzen. 

Klein erklärt hierbei auch hirnphysiologische und hormonelle Auslöser und bietet konkrete Lösungsansätze.



Meinung & Details


Nach einer Widmung, dem Inhaltsverzeichnis, dem Vorwort der Originalausgabe von einem Promi sowie dem Vorwort für deutsche Ausgabe (in beiden wird die Autorin in den Himmel gehoben) und einer Einführung über mehrere Seiten fängt der eigentliche Ratgeber endlich mal an. 


Das Buch ist im wesentlichen in zwei Teile unterteilt. Im ersten Teil geht vor allem um die Entwicklung und die neuronale Verknüpfungen – die Erklärung. Widerum in verschiedene Kapitel unterteilt. Im zweiten Teil geht es dann an die Problemlösungen in verschiedenen Bereichen, wobei auch hier noch viel erklärt wird. Auch hier gibt es wieder Kapitel (mit Unterthemen).

Ab und zu gibt es kleine Kästchen mit Tipps oder kurzen Zusammenfassungen.


Ich fand das Lesen etwas anstrengend. Es ist recht viel und ewig unterteilt, aber es gibt keine Illustrationen, Grafiken, farblichen Abweichungen. Die gelegentlichen Infokästchen sind eine seltene Unterbrechung des kleingeschriebenen, teilweise fachlichen, Textes. 

Die Schriftart und Aufmachung ist schlicht langweilig.

Die Autorin neigt außerdem dazu, sich ständig sinngemäß zu wiederholen. Sie betont immer und immer wieder bestimmte Aspekte (z.B. dass alle Kinder verschieden sind, oder das Thema Scham auslösen).


Die Autorin gibt zwischendurch Beispiele von ihren Kindern oder Familien, die sie im „Toddler-Center“ betreut. Manchmal bekommt man das Gefühl, dass sie extrem von sich selbst überzeugt ist (Zitate von „Patienten“ wirken auf mich übertrieben dankbar, auch das Vorwort hinterlässt diesen Eindruck).


Durch den ersten Teil musste ich mich etwas quälen, so dass ich den zweiten Teil an manchen Stellen nur noch überflog, da mir etwas die Lust vergangen war. Obwohl mir der zweite Part mit seinen praktischen, übersichtlicheren Vorschlägen besser gefiel.


Dennoch hat die Autorin gute Ansätze und verfolgt, wie ich persönlich auch, einen bindungsorientierten, respektvollen Umgang der Kinder und ein Verständnis ihrer Gefühle. Sie erklärt, was Kleinkinder, rein biologisch aufgrund der psychischen Entwicklung können oder eben noch nicht.


Aber auch hier gibt es Ausnahmen, z.B. erwähnt die Psychologin, dass man beim Thema „schreien lassen“ zwar auf seinen Bauch hören solle, aber würde man sich dafür entscheiden, leide das Kind nicht allzu sehr darunter. Andererseits solle man das Kind ja nicht zu früh aus dem Kinderbett in ein großes Bett ziehen lasse, um es nicht zu sehr zu ängstigen oder unter Druck zu setzen.


Für mich persönlich widersprechen sich solche Aussagen ein wenig...



Cover


Das Cover ist recht schlicht und eigentlich passend. Schriftart, Farbgebung und Bild wirken typisch für einen Ratgeber., sogar etwas altbacken. Ich muss zugeben, dass es mir im Laden nicht besonders aufgefallen wäre.



Zitat


"Schlussendlich möchten Kinder in diesem Alter noch nicht wirklich auf sich selbst gestellt sein; sie möchten nur die Möglichkeit haben, etwas allein auszuprobieren. In sicherer Nähe der Eltern.


Das ist die Krux der Herausforderung; 


Kleinkinder wollen selbstständig, aber nicht auf sich selbst gestellt sein."


Fazit


Obwohl das Buch interessante Ansätze hat und mit größtenteils bindungsorientierten Lösungen arbeitet, konnte es bei mir nicht punkten. Zu langgezogen, zu trocken. Leider nicht ganz mein Fall.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0